Verkommen zu Kindesmissbrauch – Absturz von Gesellschaften

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Allg. Zeitung Mainz:

Mainz (ots) – Der Absturz von Gesellschaften geht in aller Regel mit einem Höchstmaß an Dekadenz, an moralischer Verkommenheit, einher. Insofern verdienen Strafprozesse in Sachen Kinderpornografie, wie jetzt in Limburg, größte Aufmerksamkeit. Den Angeklagten ist an Aufmerksamkeit überhaupt nicht gelegen, sie stellen deshalb Geständnisse in Aussicht, damit schnelle und für sie günstige Urteile fallen. Die Szene will Ruhe. Umso dringlicher ist es, genau hinzuschauen. Noch um Welten schlimmer als kinderpornografische Darstellungen, obwohl die schon widerlich genug wären, ist das, was dahinter steht: die Vergewaltigung von Kindern, nicht selten durch die eigenen Eltern. Vielleicht werden in hundert Jahren psychiatrische oder soziologische Doktorarbeiten darüber Auskunft geben, was in den Köpfen mancher Menschen zu Beginn des 21. Jahrhunderts vor sich ging. Einstweilen muss alle Energie in die Vorbeugung und die Bekämpfung dieser Art von Kriminalität fließen. Dabei stehen Polizei und Staatsanwaltschaften viele, aber beileibe nicht alle notwendigen Instrumente zur Verfügung. Das ist umso problematischer, als das Dark¬net Verbrechern einen kaum zu durchdringenden Schutzwall bietet. Ein Ermittler, der, um in die Szene zu gelangen, selbst Pornobilder verbreitet, kommt nicht nur moralisch, sondern auch juristisch in schwere See. Im „normalen“ Internet würde der Polizei ein Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung sehr helfen, die Möglichkeit, bei Internetanbietern ein paar Monate lang zwar keine Kommunikationsinhalte, aber Verbindungsdaten einzusehen. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs liegt diese Möglichkeit aber auf Eis.

 

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