Víctor Álvarez: „Venezuela schadet jedem, der sich links nennt“

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Berlin (ots)

Die venezolanische Regierung von Nicolás Maduro entzweit die lateinamerikanische Linke. „Eine Regierung ist links, wenn sie Arbeitslosigkeit und Armut reduziert und die Lebensbedingungen von benachteiligten Gruppen wie Indigenen, Bauern und Bäuerinnen und ArbeiterInnen verbessert“, sagte Víctor Álvarez der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“ (Dienstagausgabe). Eine linke Regierung müsse allen Zugang zu Gesundheit, Bildung, Sport und Kultur ermöglichen, so der ehemalige Bergbauminister unter Maduros Vorgänger Hugo Chávez (Präsident 1999 bis 2013).

Maduros Wirtschaftsbilanz hält der studierte Ökonom für desaströs: „Die Bevölkerung verarmt rasant schnell. Vier Millionen Menschen sind seit 2014 aus dem Land geflohen, die meisten von ihnen vor dem Mangel an Nahrungsmitteln und Medizin und der Hyperinflation.“ In der lateinamerikanischen Linken, die sich gerade beim Foro São Paulo in Caracas getroffen hat, sieht Álvarez Anzeichen zur Distanzierung von Maduro: „Immerhin haben sich nun einige Parteien eines Besseren besonnen. Dazu beigetragen hat der sehr kritische Menschenrechtsbericht der Vereinten Nationen über Venezuela, geleitet von der früheren chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet. Aus Chile haben weder die Sozialistische Partei noch die Partei für die Demokratie am Foro teilgenommen. Selbst Camila Vallejo von der kommunistischen Partei Chiles äußerte sich kritisch. Die Regierungspartei Uruguays, die Frente Amplio, nahm zwar teil, aber mit der Auflage, sich nicht gegen den Menschenrechtsbericht aussprechen.“ Boliviens Präsident Evo Morales ließ lediglich eine Grußadresse ausrichten. Álavarez Erklärung: „Seine Partei MAS nahm war am Foro teil, aber nicht »als Vertretung des Staates«. Dies erklärt sich dadurch, dass im Oktober in Bolivien gewählt wird, Evo Morales im Augenblick in den Umfragen nicht gut da steht und jede Erwähnung von Venezuela jedem, der sich links nennt, schadet.“

 

 

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