Wertheim : Bald Handyparken – Parkplätze sollen teuerer werden – Wochenende soll kostenpflichtig werden

Der Parkplatz Packhofstraße. Foto: Stadtverwaltung Wertheim

Handyparken bald in der Innenstadt möglich

Aufsichtsrat der STEG prüft differenzierte Parkgebührenerhöhung

 

Die Stadtentwicklungsgesellschaft Wertheim (STEG) will das sogenannte Handyparken für viele Parkflächen in der Wertheimer Innenstadt einführen. Damit bietet die städtische Gesellschaft einen zusätzlichen Bezahl-Service an, den sie bereits seit längerem im Auge hatte. Das Thema Parken und Parkgebühren war Schwerpunkt der jüngsten Sitzung des Aufsichtsrats. Das Gremium diskutierte verschiedene Vorschläge, wie die gestiegenen Kosten der STEG in diesem Betriebszweig reduziert werden kann. Entscheidungen sollen erst im Herbst getroffen werden.

„Wir wollen das Handyparken so bald wie möglich für alle offenen Bezahl-Parkplätze einrichten, die keine Schrankenanlage haben“, kündigte Geschäftsführer Edgar Beuchert an. Mittlerweile sind die Kosten für die Einrichtung des Handyparkens so überschaubar, dass die Bezahlmethode nun auch für die STEG machbar ist. Nicht infrage kommen dafür die Altstadtgarage und die Tiefgarage Engelsberg, da für diese Garagen teure technische Hilfsmittel eingebaut werden müssten.

Beim Handyparken wählt der Nutzer über eine am Parkplatz ausgehängte Nummer die gewünschte Parkzeit aus. Zehn Minuten vor Ablauf wird er über eine SMS erinnert und kann die Zeit bei Bedarf verlängern. Die Gebühren zieht eine beauftragte Servicefirma für die STEG ein. Der Nutzer zahlt neben der Parkgebühr eine Servicepauschale von z.B. 21 Cent für das Versenden verschiedener SMS sowie für den Einzug der Gebühr.

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Udo Schlachter begrüßte die neue Bezahlmethode für das Parken: „Ich sehe einen ganz klaren Mehrwert für die Stadt. Auch der Einzelhandel kann davon profitieren und vielleicht sogar die Umwelt, denn es ist kein Umparken mehr nötig“. Der Aufsichtsrat befürwortete die Einführung des Handyparkens einstimmig.

Anpassung der Parkgebühren

Weiterhin beschäftigt sich der Aufsichtsrat mit einer differenzierten Gebührenerhöhung für die Kurzparker in der Innenstadt. Die Parkgebühren für den Mainparkplatz, den Parkplatz in der Packhofstraße sowie in der Parkgarage Altstadt wurden seit über zwölf Jahren nicht verändert. Die Kosten jedoch sind im gleichen Zeitraum um etwa 20 Prozent, die Energiekosten sogar um etwa 50 Prozent gestiegen. Der Aufsichtsrat erwägt deshalb eine Erhöhung der Parkgebühren um 20 Cent, allerdings nur bei den genannten drei innenstadtnahen Parkplätzen. Der Parkplatz an der Tauber, die Tiefgarage Links der Tauber (künftig „Tiefgarage Engelsberg“) und die weiteren Parkplätze sind davon nicht betroffen. So soll ein differenziertes Angebot für den Nutzer entstehen. Viele vergleichbare Städte in der Umgebung verlangen zum Teil deutlich höhere Preise.

Auch für die Dauerparker steht eine Erhöhung der monatlichen Parkgebühren im Raum, und zwar ebenso differenziert wie bei den Kurzparkern. Die Gebühren würden demnach nur für den Parkplatz und die Tiefgarage Main sowie für die Parkgarage Altstadt erhöht werden (beispielsweise für die Dauer- und Tagesparker der offenen Stellplätze von zwölf auf 15 Euro monatlich). Diese Parkmöglichkeiten sind stark nachgefragt, hier stoße man in absehbarer Zeit auch an die Kapazitäts-Grenze. Durch das äußerst erfolgreiche Sanierungsgebiet „Kernstadt“ mit über 150 neuen Wohnungen hat sich die Parksituation in der Altstadt verschärft. Wegen der Nähe zur Altstadt sind die Parkgarage Altstadt sowie der Mainparkplatz die beliebtesten Parkplätze der Altstadt-Bewohner. Das Platzproblem behält Beuchert im Auge und bereitet es für eine weitere Diskussion im Aufsichtsrat vor, sobald es sich weiter zuspitzt.

Ebenfalls geprüft wird eine Wiedereinführung der Gebühren am Wochenende. Bisher entfallen die Parkgebühren ab Samstag, 14 Uhr für das restliche Wochenende. Laut Beuchert würde aber in dieser Zeit eine völlig andere Zielgruppe angesprochen als unter der Woche, beispielsweise auswärtige Besucher. Deshalb mache eine Wiedereinführung Sinn.

Weiterhin sei die Regelung, dass der erste Samstag im Monat komplett gebührenfrei ist, nahezu in Vergessenheit geraten und habe keine Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten. Der Geschäftsführer schlägt deshalb vor, diese Regelung abzuschaffen.

Keine Änderung soll es bei der Bewirtschaftung des Parkplatzes Untere Leberklinge, nahe der Rathausbrücke, geben. Er soll auch weiterhin kostenfrei bleiben. Auch an den vier Adventswochenenden soll, wie in den letzten Jahren, keine Parkgebühr erhoben werden.

Der Aufsichtsrat war sich einig, dass das Gebührensystem in der Innenstadt nicht mehr zeitgemäß ist und überarbeitet werden muss. Grundsätzlich wolle man die Gebühren für besonders stadtnahe Parkplätze leicht erhöhen und weiter entfernte Parkplätze vorerst unberührt lassen. Damit werde ein Anreiz geschaffen, auch die übrigen Parkflächen besser zu nutzen. Bis zu einer Entscheidung im Herbst prüfen die Mitglieder des Aufsichtsrats die verschiedenen Lösungsvorschläge.

PP Heilbronn