Wertheim-Bronnbach : Vortrag – Gibt es einen evangelischen Kirchenbau ?

Vortrag im Archivverbund Main-Tauber am 3. Juli

In der Reihe „Reformationsgeschichte(n) des Archivverbunds Main-Tauber folgt am Montag, 3. Juli, ein weiterer Vortrag. Dr. Jörg Paczkowski, der frühere Leiter des Grafschaftsmuseums, stellt die Frage: Gibt es einen evangelischen Kirchenbau? Beginn ist um 19.30 Uhr im Lesesaal des Archivverbunds in Bronnbach. Der Abend ist ein Beitrag zum Programm „Das Lutherjahr in und um Wertheim“.

1726 entstand eine Entwurfszeichnung für die Schlosskapelle in Wolfenbüttel, die nahezu identisch ist mit einer Zeichnung von der Innenansicht der Wertheimer Stiftskirche. Sie zeigt die Ansicht eines Kanzelaltars, d.h. über der Altarmensa befindet sich eine Kanzel anstelle eines aufwändigen Altarschreins. Ein Kanzelaltar ist charakteristisch für eine evangelische Kirche. Die mittelalterliche Wertheimer Stiftskirche wurde in der Barockzeit durch die Errichtung des Kanzelaltars und der umlaufenden Emporen zu einer protestantischen Predigerkirche. Gab es also einen besonderen evangelischen Kirchenbau?

Dr. Jörg Paczkowski  Foto: Stadt Wertheim

Leonard Christoph Sturm hat 1711 in einem Architekturtraktat über einen „Protestantischen Kirchenbau“ geschrieben. Er benennt als wichtige Voraussetzung für einen evangelischen Kirchenbau, dass der Prediger gut zu hören und zu sehen sein muss. Zuvor – in der nachreformatorischen Zeit – hat der dänische König Christian IV. versucht, seine Schlosskirche in Frederiksborg als Hauptkirche des Protestantismus zu definieren – gleichsam als Gegenpol zum Petersdom in Rom. Allerdings ist es auch überraschend, dass sowohl in der katholischen Kirche (Petersdom in Rom) als auch in der evangelischen Kirche (Frauenkirche in Dresden, Dom in Berlin, St. Michael in Hamburg) der Zentralbau eine besondere Rolle spielte. Bezieht sich der evangelische Kirchenbau vor allem also nur auf die Innenarchitektur und -gestaltung, oder gibt es auch eine bestimmte Bauform? Diese Fragen versucht der Referent mit zahlreichen Beispielen und Quellen zu beantworten.

Der Kunsthistoriker Dr. Jörg Paczkowski wurde mit einer Arbeit über den Wiederaufbau der Stadt Würzburg nach 1945 promoviert. Von 1979 bis 2017 war er städtischer Museumsdirektor des Grafschaftsmuseums Wertheim, seit ebenfalls mehr als drei Jahrzehnten ist er Vorsitzender des Historischen Vereins Wertheim, zudem seit 2006 Kurator des Museums Schlösschen im Hofgarten.

Der Vortrag wird in Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein Wertheim und der Volkshochschule Wertheim veranstaltet. Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Er klingt mit einem Umtrunk sowie der Einladung zum Gespräch aus.

 

Stadtverwaltung Wertheim

 

Bilder Adelshochzeit Sophie Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg und Constantin Graf Fugger von Babenhausen