Wertheim : „Brückenbauer“ im Kindergarten- und Schulalltag – Interkulturelle Elternmentoren sind jetzt qualifiziert

14 Frauen und Männer absolvierten die Qualifizierung als interkulturelle Elternmentoren. Zum Abschluss erhielten sie die Zertifikate der Elternstiftung Baden-Württemberg. Foto: Stadt Wertheim

„Brückenbauer“ im Kindergarten- und Schulalltag

Interkulturelle Elternmentoren sind jetzt qualifiziert

 

Als erste Stadt im Main-Tauber-Kreis kann Wertheim nun bald interkulturelle Elternmentoren einsetzen. „Das macht uns froh und auch ein bisschen stolz“, bekannte stellvertretender Oberbürgermeister Bernd Hartmannsgruber am Samstag vor den 14 Frauen und Männern, die sich auf diese Aufgabe vorbereitet haben. Elternmentoren begleiten und unterstützen ehrenamtlich Familien mit Migrationshintergrund in Fragen zu Bildung und Erziehung. An zwei Wochenenden im Februar und März haben die künftigen Elternmentoren eine Qualifizierung der Elternstiftung Baden-Württemberg absolviert. Zum Abschluss erhielten die 14 Frauen und Männer im Rathaus ihre Zertifikate und Teilnahmebestätigungen.

Zur Übergabe der Zertifikate war auch Sabine Hagenmüller-Gehring, stellvertretende Vorsitzende der Elternstiftung Baden-Württemberg, angereist. Und als Vertreterin des Staatlichen Schulamts Künzelsau nahm Schulamtsdirektorin Magda Krapp teil.

Anja Lucke, Referentin der Elternstiftung Baden-Württemberg, bereitete die Elternmentoren auf ihren Einsatz vor. Foto: Stadt Wertheim

In den Kindertageseinrichtungen und Schulen steigt die Zahl der Kinder, deren Eltern aus dem Ausland zugezogen sind, stetig an. Interkulturelle Elternmentoren helfen diesen Familien, sich im deutschen Bildungssystem zurechtzufinden. Sie begleiten Gespräche in Kindergarten und Schule und helfen, Sprach- und Kulturbarrieren zu überbrücken. Elternmentoren sprechen zumeist neben Deutsch noch eine andere Sprache. Wenn sie selbst Migrationshintergrund haben, können sie Familien der gleichen Sprach- und Kulturgruppe erfahrungsgemäß besonders gut unterstützen.

Schwäbisch-Hall setzt seit Herbst 2015 Elternmentoren ein und hat damit sehr gute Erfahrungen. Deshalb strebt das Staatliche Schulamt Künzelsau (zuständig für die drei Landkreise Main-Tauber, Schwäbisch Hall und Hohenlohe) an, das Prinzip Elternmentoren auf den gesamten Schulamtsbezirk auszuweiten. Im Juli 2016 fand dazu in Künzelsau das erste Koordinierungstreffen statt. Wertheim ist nun im Main-Tauber-Kreis die erste Stadt und im Schulamtsbezirk nach Schwäbisch Hall die zweite, in der diese Initiative Früchte trägt.

Übergabe der Zertifikate durch (von rechts) Sabine Hagenmüller-Gehring von der Elternstiftung, Magda Krapp vom Staatlichen Schulamt und OB-Stellvertreter Bernd Hartmannsgruber an Schulungsteilnehmer Houmam Senou. Foto: Stadt Wertheim

Die 14 Wertheimer Elternmentoren, darunter eine Teilnehmerin aus Külsheim, erhielten im Februar und März in der Schulung durch die Elternstiftung Baden-Württemberg das notwendige Rüstzeug für ihre Arbeit. Referentin Anja Lucke vermittelte wichtige Inhalte zur Rolle der Elternmentoren, zur gelingenden Kommunikation zwischen Schule und Eltern und zum Umgang mit Konflikten. Das Staatliche Schulamt gestaltete eine Seminareinheit zum Schulsystem in Baden-Württemberg.

Bei der Übergabe der Zertifikate nannte OB-Stellvertreter Hartmannsgruber den Kreis der Teilnehmer „eine vielversprechende Gemeinschaft, auf deren Arbeit wir uns freuen.“ Die künftigen „Brückenbauer“ brächten viel guten Willen und eine hohe Motivation mit. Viele von ihnen seien selbst irgendwann „neu angekommen“ in Wertheim. Nun wollten sie andere ehrenamtlich unterstützen und die eigenen Erfahrungen weitergeben. „Das ist vorbildlich!“

Zwei intensive Wochenenden verbrachten die Teilnehmer in der Mentorenschulung im Februar und März. Foto: Stadt Wertheim

Mit dem Kreis der Schulungsteilnehmer können Elternmentoren voraussichtlich in folgenden Sprachen vermittelt werden: Deutsch, Englisch, Arabisch, Sprachen der Balkanländer (Bosnien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien), Bulgarisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Slowakisch und Tschechisch.

Entsprechend der Empfehlung der Elternstiftung richtet die Stadt Wertheim eine Koordinierungsstelle ein, die die Arbeit der interkulturellen Elternmentoren begleitet und unterstützt. Der praktische Einsatz wird in einem ersten Koordinierungstreffen Anfang April vorbereitet und soll nach den Osterferien starten.

Stadtverwaltung Wertheim