Wertheim : Christoph Schröder – Neuer Integrationsmanager hat Arbeit aufgenommen

Integrationsmanager Christoph Schröder bei seiner Vorstellung am Donnerstag im Rathaus. Foto: Stadt Wertheim

Christoph Schröder verstärkt Betreuung von Flüchtlingen

Als Integrationsmanager hat vor wenigen Tagen Christoph Schröder seine Arbeit bei der Stadt Wertheim aufgenommen. Er verstärkt das bisherige Team zur Betreuung von Flüchtlingen in der kommunalen Anschlussunterbringung. Seine Beschäftigung wird für die Dauer von zwei Jahren aus dem Landesförderprogramm „Pakt für Integration“ gefördert. Christoph Schröder ist 27 Jahre alt, kommt aus Würzburg und bringt als Dozent in der Erwachsenenbildung Erfahrung in der Arbeit mit Flüchtlingen mit. Dezernatsleiter Helmut Wießner und Flüchtlingsbeauftragter Volker Mohr stellten ihn in einem Pressegespräch vor.

Mit dem Pakt für Integration stellt das Land Baden-Württemberg den Kommunen Geld für die Finanzierung von Integrationsmanagern zur Verfügung. Sie sollen die Geflüchteten mit Bleibeperspektive zwei Jahre lange vor Ort individuell dabei unterstützen, Integrationsangebote wahrzunehmen und sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. Alternativ zur direkten Anstellung besteht auch die Möglichkeit, den Landkreis oder freie Träger mit der Aufgabe zu betrauen.

„Für die Stadt Wertheim stand außer Frage, dass sie das Integrationsmanagement selbst in die Hand nimmt“, erläuterte Helmut Wießner. Zum einen habe man bereits in der Vergangenheit gute Strukturen zur Betreuung geflüchteter Menschen in Wertheim aufgebaut. Zum anderen rechtfertigen auch die Zahlen die Beschäftigung „eigenen“ Personals: In Wertheim leben aktuell etwa 190 Flüchtlinge. Davon 122 wurden der Stadt seit 2015 vom Landkreis zur kommunalen Anschlussunterbringung zugewiesen. Bis Ende 2018 rechnet die Stadt mit weiteren 80 Zuweisungen. Die Unterbringung erfolgt dezentral in Wohnungen und Häusern, die von der Stadt (Eigenbetrieb Gebäudemanagement) angemietet werden.

Alle damit zusammen hängenden Aufgaben wurden im Rathaus bislang in einem Team mehrerer Mitarbeiter mit folgenden Zuständigkeiten erledigt:

  • Volker Mohr, Leiter des Referats Öffentliche Ordnung, hat als Flüchtlingsbeauftragter seit Schließung der Erstaufnahmeeinrichtung überwiegend koordinierende Aufgaben. Mit Heiko Strauß vom Gemeindevollzugsdienst hat er einen „Mann für alle Fälle“, der praktische Fragen zu lösen hilft.
  • Im Eigenbetrieb Gebäudemanagement ist Alicia Esch (als Nachfolgerin von Jana Seifert) schwerpunktmäßig mit der Anmietung und Verwaltung von Wohnraum für Flüchtlinge befasst.
  • Seit April 2017 betreut Claudia Ühlein als Mitarbeiterin der Stadt Geflüchtete in der Anschlussunterbringung. Sie ist gleichzeitig weiterhin ehrenamtliche Patenkoordinatorin des Vereins „Willkommen in Wertheim“.

Christoph Schröder kommt nun als dringend notwendige Verstärkung, um sich gemeinsam mit Claudia Ühlein um die soziale Beratung und einzelfallbezogene Begleitung von Geflüchteten zu kümmern. Das beinhaltet auch das Erstellen von individuellen Integrationsplänen. Denn die Arbeit der Integrationsmanager zielt vor allem darauf, Geflüchtete auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen.

Christoph Schröder bringt Erfahrung aus der Arbeit mit Geflüchteten mit. Während seines Studiums war er an einer Grundschule eingesetzt, um Kinder mit Migrationshintergrund zu unterstützen. Nach dem Abitur studierte er zunächst für das Lehramt an Gymnasien die Fächer Deutsch, Geschichte und Philosophie. Nach dem 1. Staatsexamen folgte das Bachelorstudium in Germanistik und Geschichte mit Abschluss im September 2016. Anschließend war er als Dozent für das Unternehmen Donner und Partner in der Erwachsenenbildung in Würzburg und Bad Kissingen tätig. Der Schwerpunkt lag in der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Gesellschaft und Arbeitswelt, 70 Prozent der Kurteilnehmer waren Geflüchtete.

Die erste Arbeitswoche als Integrationsmanager hat Christoph Schröder vor allem genutzt, um einen guten Überblick zu gewinnen. Er machte sich mit den Zuständigkeiten und Abläufen im Rathaus vertraut. Er nahm auf Landkreisebene an einem Koordinierungstreffen der Integrationsbeauftragten teil. Und er hat Claudia Ühlein bei Besuchen von Flüchtlingsfamilien begleitet. Die ersten Eindrücke sind sehr positiv. „Ich werde überall freundlich aufgenommen.“ Die in Wertheim vorgefundenen Strukturen und das bürgerschaftliche Engagement hält er für bemerkenswert und vorbildlich. „Darauf kann man sehr gut aufbauen.“

Stadtverwaltung Wertheim

Bildergalerie vom Bauernmarkt Wertheim Sonntag 08.11.2015