Wertheim : Monolog über eine leidenschaftliche Episode – BLB zeigt „Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau“

Szene aus „Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau“. Foto: Badische Landesbühne / Sonja Ramm

Die Badische Landesbühne zeigt in Wertheim Eric-Emmanuel Schmitts „Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau“. Die Inszenierung in der Regie von Wolf E. Rahlfs ist am Dienstag, 5. Dezember, um 19.30 Uhr in der Aula Alte Steige zu sehen. Die Protagonistin Celia lässt das Publikum an einem einschneidenden Ereignis und der zugleich leidenschaftlichsten Episode ihres Lebens teilhaben. Damals lernte sie, verwitwet und Mutter zweier erwachsener Söhne, den 18 Jahre jüngeren Matteo kennen und lieben.

Wolf E. Rahlfs inszeniert das Stück als Monolog für die Schauspielerin Cornelia Heilmann. Ihm ist dabei wichtig, eine unvoreingenommene Haltung gegenüber den zu zeigenden Leidenschaften einzunehmen: „Hier soll menschliches Verhalten nicht bewertet oder verurteilt, sondern nachvollziehbar und sinnlich erlebbar gemacht werden.“

Die Inszenierung ist für Rahlfs eine Herausforderung, weil der Schmitts Theatertext wenig dramatische Handlung im konventionellen Sinn enthalte. Zudem berge der Stoff gewisse Gefahren: Die Darstellung von großen Gefühlen dürfe einerseits nicht zum Kitsch verkommen; andererseits verleite ihre Thematisierung zu moralischen Wertungen. „Dem möchte ich entgegenwirken, indem ich die Subjektivität der Erzählung unterstreiche. Ich möchte eine Celia zeigen, die in ihrer Erinnerung gefangen ist, solange sie diese nicht durch Sprache bändigen kann. Der Zuschauer wohnt gewissermaßen einer seelischen Katharsis bei.“

Formal betritt das ganze Team um Wolf E. Rahlfs Neuland, denn nicht zuletzt ist „Vierundzwanzig Stunden im Leben einer Frau“ auch eine große Herausforderung an die technischen Abteilungen des Theaters. Insbesondere der Einsatz von Videoprojektionen trägt dazu bei, dass die Inszenierung einen besonderen ästhetischen Reiz erhält.

Inhaltlich ist das Ziel des Regisseurs, das Publikum so in Celias Leidenschaft hineinzuziehen, dass die eine oder der andere sich am Ende wünschte, eine solche Episode selbst einmal erleben zu können – um im gleichen Augenblick einzulenken: „Ach nee, lieber doch nicht“.

Karten gibt es im Vorverkauf bei der Buchhandlung Buchheim, Telefon 09342/1320, E-Mail: buchheim.wertheim@t-online.de.

Stadtverwaltung Wertheim

 

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