Wertheim : Realschule und Berufliches Schulzentrum kooperieren

Das Berufliche Schulzentrum Wertheim und die Comenius-Realschule gehen eine Kooperation ein: (sitzend von links) Schulleiter Manfred Breuer (BSZ Wertheim), Schulleiter Hans-Peter Otterbach (Comenius-Realschule) sowie (stehend von links) Bürgermeister Wolfgang Stein und Dezernent Jochen Müssig (Landratsamt). Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis

Schulartübergreifende Angebote für einen besseren Übergang

Einen besseren Übergang von der Realschule zu den beruflichen Bildungsgängen hat eine neue Kooperation zum Ziel. Denn die naturwissenschaftlichen Lehrinhalte des mittleren Bildungsabschlusses stimmen offenbar nicht mit den Einstiegsanforderungen der Oberstufe überein. Eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Comenius-Realschule und dem Beruflichen Schulzentrum Wertheim soll für Abhilfe sorgen. Sie wurde dieser Tage in Wertheim unterzeichnet. Darüber informiert das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

„Es ist heute wichtiger denn je, junge Menschen passgenau zum richtigen Schulabschluss oder in eine berufliche Ausbildung zu führen“, erklärt dazu Schuldezernent Jochen Müssig vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis als Träger des Beruflichen Schulzentrums. Ziel ist laut Jochen Müssig, dass die Schulkarriere eines jeden einzelnen Schülers positiv verläuft.

Die Stadt Wertheim als Trägerin der Comenius-Realschule vertritt die gleiche Auffassung. „Es ist uns wichtig, dass junge Menschen nach dem mittleren Bildungsabschluss außer in eine duale Ausbildung auch problemlos in das schulische Oberstufenangebot wechseln können“, sagt Bürgermeister Wolfgang Stein.

Mit Rückenwind der Schulträger haben die Schulleiter Manfred Breuer vom Beruflichen Schulzentrum Wertheim und Hans-Peter Otterbach von der Comenius-Realschule Wertheim ein noch engeres Miteinander vereinbart. Die Lehrinhalte im naturwissenschaftlichen Bereich sollen schulartübergreifend noch besser aufeinander abgestimmt werden.

Die Comenius-Realschule macht ein differenziertes Lernangebot. So gibt es beispielsweise einen bilingualen Zug mit Englisch als Unterrichtssprache und einen MINT-Zug (Mathemaik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) mit Robotik. Aus diesen Bereichen wechseln rund 50 bis 60 Prozent der Realschüler nach der Mittleren Reife in die Sekundarstufe II am Beruflichen Schulzentrum in Wertheim.

Das Berufliche Schulzentrum Wertheim ist ein typenübergreifendes Schulzentrum mit einer Vielzahl von Bildungsgängen. Schwerpunkte liegen im kaufmännischen, gewerblichen und auch im hauswirtschaftlichen Bereich. Über das Berufskolleg oder die Beruflichen Gymnasien können die Fachhochschulreife bzw. das Abitur erlangt werden. „In den Eingangsklassen geht es gleich richtig los, und es wird ein gutes Wissensniveau vorausgesetzt“, sagt Schulleiter Breuer.

In Abstimmung mit seinem Kollegen Hans-Peter Otterbach wurde deshalb vereinbart, diesen Übergang von der Realschule zum Beruflichen Schulzentrum zu harmonisieren. Beide haben hierzu eine Kooperationsvereinbarung ausgearbeitet, die den leistungsstarken und leistungswilligen Schülerinnen und Schülern den Übertritt von der Comenius-Realschule an das Berufliche Schulzentrum erleichtern soll. Hierzu sind Maßnahmen wie Ergänzungsunterrichte in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern, regelmäßige Abstimmungsgespräche zwischen den Schulleitungen sowie den Lehrkräften und ergänzende Unterrichtssequenzen von Lehrern der Beruflichen Schule an der Comenius-Realschule vorgesehen.

Ergänzt werden diese über das Jahr verteilten Maßnahmen durch Schnuppertage und Sommerkurse am Beruflichen Schulzentrum. So können Schüler der Realschule schon einmal an einzelnen Unterrichtseinheiten teilnehmen. Und in jedem Sommer werden Sommerkurse zu Mathematik oder – je nach Bedarf – weiteren naturwissenschaftlichen Fächern am Beruflichen Schulzentrum angeboten.

Die beiden Schulträger, die Stadt Wertheim für die Comenius-Realschule und der Main-Tauber-Kreis für das Berufliche Schulzentrum, begrüßen dieses Miteinander. „Es muss heute für jeden Jugendlichen eine individuelle Lösung gefunden werden. Nur so wird dokumentiert, dass sie in unserer Raumschaft willkommen sind und in Wertheim bzw. an Tauber und Main nach ihrer schulischen Ausbildung auch eine gute berufliche Karriere starten können“, erklären Bürgermeister Wolfgang Stein und Dezernent Jochen Müssig.

Stadtverwaltung Wertheim

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