Wertheim / Region : Verkehrsunfallbilanz des ersten Halbjahres 2017 – Fast Doppeltsoviel Verkehrstote

Archivbild : Notarzt Einsatz

 Verkehrsunfallbilanz des ersten Halbjahres 2017  für den Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn

Grafik : PP Heilbronn
Grafik : PP Heilbronn

1. Unfallentwicklung

Entgegen dem Landestrend entwickelt sich derzeit die Verkehrsunfalllage im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn in positiver Richtung. „Der Rückgang der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist ein Lichtblick, insbesondere die deutliche Reduzierung der Verkehrsunfälle bei denen Personen zu Schaden kamen“ so die Kommentierung von Polizeivizepräsiddent Hans Becker. Die Reduzierung dieser folgenschweren Verkehrsunfälle steht ja bekanntermaßen im besonderen Fokus der Polizei. Bedauerlicherweise hat sich dieser positive Trend in der Binnenbetrachtung nicht auf die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmern ausgewirkt. Hier musste parallel zum Landestrend auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn eine Zunahme der Verkehrsunfälle mit getöteten Personen registriert werden. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr im Zuständigkeitsbereich des PP Heilbronn 12.509 Unfälle aufgenommen. Das sind 1,01 % weniger als im ersten Halbjahr des Vorjahres (12.636). Die Zahl der Schwerverletzten ging von 430 (2016) auf 336 (-21,86 %) zurück. Bei den Leichtverletzten konnte ein Rückgang von 1.339 (2016) auf 1.289 (- 3,73 %) verzeichnet werden. 25 Menschen verloren ihr Leben, im gleichen Zeitraum 2016 waren es 15.

Grafik : PP Heilbronn

Veränderung der Unfallzahlen in Prozent

In der Halbjahresbilanz 2017 des Innenministeriums Baden-Württemberg ist ein landesweiter Anstieg bei den Verkehrsunfällen um 1,9 % zu verzeichnen. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn verringerte sich die Geamtzahl der Verkehrsunfälle um 1,01 % von 12.636 auf 12.509.

Übersicht Gesamtunfallzahlen Polizeipräsidium Heilbronn inkl. BAB:

Abbildung 1: Gesamtübersicht der Unfallzahlen

Unfälle mit Personenschaden: Im besonderen Fokus der Betrachtung, aber auch der Verkehrsüberwachung, liegen Verkehrsunfälle, bei denen Personen getötet oder verletzt wurden. Während landesweit im ersten Halbjahr 2017 ein Anstieg von 15,7 % bei den Getöteten und ein Rückgang um 2,4 % bei den schwer Verletzten zu verzeichnen ist, liegt das PP Heilbronn hier mit plus 66,67 % bei den Getöteten deutlich darüber und den schwer Verletzten mit minus 21,86 % deutlich darunter.

Auffallend ist hierbei sowohl im Land als auch im hiesigen Bereich die häufige Beteiligung von Motorradfahrern. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Motorradfahrern erhöhte sich im Vergleich zu 2016 um 15 %. Leider waren im ersten Halbjahr 2017 sieben getötete Motorradfahrer (Land 58) zu beklagen, was einen Anstieg von 250 % (2016: 2) bedeutet (Land: 2016: 31).

Ursachen der beteiligten Motorradfahrer:

Abbildung 2: Unfallursachen beteiligte Motorradfahrer

2. Unfallursachen bei Unfällen mit Personenschaden

Hauptunfallursache bei Unfällen mit Personenschaden ist weiterhin die gefahrene Geschwindigkeit mit 27 % (24 % in 2016) an erster Stelle, gefolgt von Abstands- (22 %) und Vorfahrtsmissachtungen (17 %). „Die Überwachung der Geschwindigkeit bleibt daher weiter einer der wichtigsten Bausteine zur Reduzierung von Verkehrsunfällen mit schweren Unfallfolgen“, so Hans Becker. Neben den o.g. Ursachen sind noch weitere Risikofaktoren entscheidend. So hatten beispielsweise sieben der getöteten Verunglückten den Sicherheitsgurt nicht angelegt. Bei den schwer Verletzten waren es 43, bei den leicht Verletzten 72.

Grafik : PP Heilbronn

3. Verkehrsunfälle auf der Autobahn

Die Zunahme des Fahrzeugverkehrs auf den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich des PP Heilbronn wirkt sich auch auf die Unfallzahlen aus. Gegenüber 1145 Unfällen im ersten Halbjahr 2016 stieg die Gesamtzahl in diesem Jahr auf 1191 Unfälle (+4 %). Erfreulich ist hier der Rückgang der Verkehrsunfälle mit Personenschaden von 128 auf 105 (- 18%). Dies setzt sich bei den Zahlen der schwer Verletzten (-56 %) und den leicht Verletzten (-17 %) fort. Dieser erfreuliche Trend setzt sich bei den VU mit Getöteten leider nicht fort, hier stieg die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer von zwei (2016) auf vier ín 2017. Hauptunfallursachen sind auch hier die Geschwindigkeit (41 %) und das Abstandsverhalten (41 %), gefolgt von Fehlern beim Überholen (10 %) und der Verkehrstüchtigkeit (10 %).

4. Gesamtbetrachtung

Polizeivizepräsident Hans Becker betont: „Unser vorrangiges Ziel wird es weiterhin sein, eine Reduzierung der Verkehrsunfälle mit Personenschaden und der Zahl der verletzten oder getöteten Verkehrsteilnehmer zu erreichen. Dementsprechend werden wir unsere Verkehrsüberwachungsmaßnahmen konsequent daran orientieren und auch weiterhin an besonders verkehrsgefährdendem Verhalten (Geschwindigkeit, Gurt, Handynutzung am Steuer, Verkehrstüchtigkeit) ausrichten“. Wichtig ist auch die permanente Analyse des Verkehrsraumes sowie die Erkennung und möglicherweise Beseitigung von Unfallhäufungspunkten. Für Vizepräsident Hans Becker ist in diesem Kontext speziell die gelebte Kooperation mit den Verkehrsbehörden der Stadt- und Landkreise in der Region ein unverzichtbarer wichtiger Baustein zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

PP Heilbronn

Bilder 48.Altstadtfest Wertheim Samstag 25.07.2015 Teil 2