Wertheim : Schulsozialarbeit will nicht nur „Feuerwehr“ sein – Judith Fischer setzt vor allem auf Prävention

Die neue Schulsozialarbeiterin an der Otfried-Preußler-Schule in Wertheim, Judith Fischer (zweite von links) stellte sich bei einem Pressegespräch vor. Eingerahmt wurde sie von Marion Günther vom Referat Schulen (links), Rektorin Simone Schott (rechts) und Bürgermeister Wolfgang Stein. Foto: Stadt Wertheim

Schulsozialarbeit will nicht nur „Feuerwehr“ sein

Judith Fischer setzt vor allem auf Prävention

Schulsozialarbeit an den weiterführenden Schulen in Wertheim hat sich seit vielen Jahren bewährt. Nun setzt die Stadt Wertheim erstmals auch an einer eigenständigen Grundschule eine Schulsozialarbeiterin ein. Judith Fischer hat Anfang Januar ihre Arbeit an der Otfried-Preußler-Schule aufgenommen. Am Montag stellte sie sich in einem Pressegespräch vor. Mit dabei waren Bürgermeister Wolfgang Stein, Schulleiterin Simone Schott und die Leiterin des Referats Schulen, Marion Günther.

Als erste Grundschule in Wertheim hat die Otfried-Preußler-Schule (OPS) im letzten Jahr die Einrichtung einer Schulsozialarbeiterstelle beantragt und den Bedarf hinreichend begründet. Der Antrag der Schule wurde deshalb von allen Seiten befürwortet und vom Gemeinderat am 27. Juni 2016 positiv entschieden.

Rektorin Simone Schott beobachtet einen steigenden Anteil von Kindern, die problembeladen in die Schule kommen. „Die Lehrkräfte müssen immer mehr auffangen. Ihre eigentliche Aufgabe, der Unterricht, kommt zu kurz.“ Schulsozialarbeiterin Judith Fischer unterstützt deshalb die Lehrer im Umgang mit sozial oder emotional auffälligen Kindern und fungiert dabei auch als Bindeglied zwischen Schule und Familie. Vor allem, so ihre Beschreibung, „bin ich als Ansprechpartnerin für die Kinder da.“ Die Schüler sprechen die Schulsozialarbeiterin entweder direkt an oder werfen eine Nachricht in ihren Briefkasten. „Die Kinder können sich darauf verlassen, dass ich vertraulich damit umgehe.“ Lösungen werden nicht über die Köpfe der Schüler hinweg, sondern mit ihnen gemeinsam angegangen.

Für Rektorin Simone Schott hat sich der Einsatz der Schulsozialarbeiterin in kürzester Zeit bewährt. „Wir erhalten viele positive Rückmeldungen.“ Und auch Judith Fischer fühlt sich wohl in der neuen Aufgabe. Sie hat zunächst eine Ausbildung als Erzieherin absolviert und dann ein Sozialpädagogikstudium abgeschlossen. Derzeit macht sie eine Zusatzausbildung zur Erlebnispädagogin. Mit einer halben Personalstelle ist sie seit Januar an der Schule mit zwei Standorten tätig. Die Personalkosten der Schulsozialarbeit teilen sich zu je einem Drittel das Land Baden-Württemberg, der Landkreis Main-Tauber und die Stadt Wertheim.

Die OPS (mit Außenstelle Reinhardshof) besuchen im aktuellen Schuljahr 210 Kinder. Das Einzugsgebiet umfasst die Stadtteile Wartberg, Reinhardshof, Vockenrot und das Gebiet Bestenheider Höhe. Seit 2014/15 ist die OPS Ganztagesschule (Wahlform); fast die Hälfte der Kinder ist für den Ganztagesbetrieb angemeldet.

Gerade im Ganztagesbetrieb kann Schulsozialarbeit ihre Wirkung in der Prävention entfalten. Die Schulsozialarbeiterin will nicht nur „Feuerwehr“ im Krisenfall sein, sondern die Präventionsarbeit in Zukunft deutlich stärken. Hier sehen sowohl Judith Fischer als auch Rektorin Simone Schott den künftigen Schwerpunkt.

Stadtverwaltung Wertheim