Wertheim : Sportvereine loten engere Zusammenarbeit aus – Basis für gemeinsame Sportentwicklung/-planung

Mit Herausforderungen an die Vereinsarbeit beschäftigte sich das „Vereinsnetzwerk Sport“ bei seinem jüngsten Treffen. Foto: Stadt Wertheim

 

Weg vom Schubladendenken, hin zu mehr Zusammenarbeit. Diesen Weg wollen die Mitglieder des „Vereinsnetzwerks Sport“ ausloten. Zur nächsten Zusammenkunft, die bereits im Oktober geplant ist, soll eine Vertretung des Vereins „Sportvereine in Remseck“ eingeladen werden. Unter diesem Dach haben sich mehrere Sportvereine in der Großen Kreisstadt am Neckar – unter Wahrung ihrer Eigenständigkeit – zusammengeschlossen.

 

Vorgestellt hatte die Organisation den Mitgliedern des Wertheimer Vereinsnetzwerks Dr. Stefan Eckl vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) in Stuttgart als eines von mehreren „Best Practice“-Beispielen in seinem Vortrag zum Thema „Sportentwicklung/-planung“ im Montag im Sitzungssaal des Rathauses. Eckl war, wie Uwe Schlör-Kempf, Leiter der Abteilung „Kinder, Jugend, Sport, Vereine“ in der Stadtverwaltung zu Beginn der Veranstaltung erinnerte, einer der „Geburtshelfer“ des Vereinsnetzwerks.

„Sport verändert sich“, stellte der Referent in seinem Vortrag plakativ, aber auch mit Zahlen und Fakten unterfüttert, fest. Als zentrale Herausforderungen der Vereinsentwicklung benannte er, neben vielen anderen, den demografischen Wandel, den Verlust der Monopolstellung der Vereine durch das Auftauchen anderer Anbieter, die wachsenden Aufgaben, etwa durch Ganztagsschulen oder Integration, gleichzeitig aber ein schwindendes beziehungsweise sich wandelndes ehrenamtliches Engagement und ein steigendes Anspruchsdenken vieler Mitglieder. Die aber zugleich, ergänzte Edgar Nenner, Vorsitzender des TSV Bettingen, nicht bereit seien, höhere Beiträge zu akzeptieren.

 

Dr. Stefan Eckl lieferte fachliche Impulse. Foto: Stadt Wertheim

 

Aber auch die Kommunen sehen sich mit zahlreichen Anforderungen konfrontiert, referierte Eckl weiter. So müssten diese, und das war nur ein Beispiel, Schulen, Vereine aber auch ungebundene Sporttreibende in ihrer Förderung berücksichtigen. „Sportentwicklung ist mehr als die Planung von Sportstätten“, machte der Redner klar. Für alle Beteiligten gelte es, sich mehr oder weniger von herkömmlichen Strukturen zu verabschieden. Die Vereine seien dazu schon alleine aus dem zunehmenden Mangel an Ehrenamtlichen gezwungen. Axel Wältz, Vorsitzender des TV Wertheim, forderte, man müsse in Wertheim eine Sportentwicklungsplanung angehen. Erarbeite man diese zusammen, werde dies der ganzen Stadt guttun. Dabei gelte es, ehrlich und offen miteinander umzugehen.

„Wir müssen weg vom Schubladendenken und davon, nur den eigenen Verein zu sehen“, plädierte auch Christian Schmidt vom HSV Main-Tauber. Er machte zudem, ebenso wie andere Vereinsvertreter, auf die großen Probleme aufmerksam, die den Vereinen durch die Ganztagsschule erwachsen. „Die gräbt uns im Jugendbereich alles ab.“ In dem Zusammenhang regte Uwe Schlör-Kempf an, einmal in größerer Runde das Gespräch mit den Schulleitern zu suchen, um gegenseitig die Probleme darzustellen und zu diskutieren.

 

 

Schlör-Kempfs Vorschlag, zum nächsten Treffen des Vereinsnetzwerks einen Vertreter von „Sportvereine in Remseck“ einzuladen, fand einhellige Zustimmung. Es soll am 22. Oktober stattfinden. Der Zusammenschluss wurde gegründet, um zum einen die bisherigen Angebote erhalten, um zum anderen neue zu entwickeln sowie gemeinsame Aufgaben zu koordinieren. Eine der Hauptaufgaben soll die Entlastung der Mitgliedsvereine in Verwaltungstätigkeiten sein. Der Verein „Sportvereine in Remseck“ arbeitet auch mit hauptamtlichem Personal.

Das Ausloten einer engeren Kooperation nach dem Remsecker Beispiel und einer Professionalisierung der Vereinsarbeit hat für die Mitglieder des Wertheimer Vereinsnetzwerks jetzt Priorität. Das Thema Sportentwicklungsplanung ist zunächst zurück gestellt. Uwe Schlör-Kempf schätzte am Ende die Offenheit für neue Wege zuversichtlich ein: „Ein erster wichtiger Schritt war ja schon die Gründung des Netzwerks. So etwas war vor ein paar Jahren noch nicht denkbar.“

Quelle : Wertheim.de

Bildergalerie FotoShooting – Making of – mit Hardy Krüger junior und BMW designten Denim Bike im Wertheim Village , 14.09.2017