Wertheim : Stadt steht vor „umfangreichen Herausforderungen“ – OB Torrez benennt Aufgaben für die kommenden Jahre

Miteinander statt gegeneinander: Um den Wirtschaftsstandort zu stärken, müssen Gewerbegebiete weiterentwickelt werden. Gleichzeitig soll sich Wertheim zu einer nachhaltigen Stadt entwickeln. Foto: Stadt Wertheim / Axel Häsler

Zum Auftakt der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am Montag gratulierte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez allen Stadträten zur Wahl. Das Mandat sei Ehre, Aufgabe und Verpflichtung zugleich. Als höchstes Beschluss fassendes Gremium „tragen Sie gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Oberbürgermeister die politische Verantwortung für die Entwicklung unserer Stadt und das Wohlergehen unserer Bürgerschaft.“

Die OB-Wahl und die Kommunalwahl in kurzer zeitlicher Folge hätten die Bürgerschaft politisch aufgeweckt. In beiden Wahlkämpfen seien Chancen und Fehlentscheidungen diskutiert und viele Begehrlichkeiten geweckt worden. „Unsere Aufgabe ist es nun“, so OB Herrera Torrez, „daraus ein realisierbares Gesamtwerk zu schaffen, das nicht nur dem Wohl einzelner weniger dient, sondern im Interesse der gesamten Bürgerschaft liegt.“ Dabei betonte er die besondere Verantwortung für jene, die in Folge der eigenen wirtschaftlichen oder sozialen Situation auf eine starke und handlungsfähige Kommune angewiesen sind. In seiner Rede ging der Oberbürgeremeister auch auf die Atmosphäre im Gemeinderat ein: „Ich wünsche mir eine verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit und einen respektvollen Umgang miteinander.“

Investitionen in die Infrastruktur, wie etwa der Ausbau der Kinderbetreuung, sollen sich für die Zukunft Wertheims auszahlen. Foto: Stadt Wertheim

Eine Vorausschau auf die Themen der nächsten fünf Jahre fasste OB Herrera Torrez mit den Worten zusammen: „Wir stehen vor umfangreichen Herausforderungen und uns wird nicht langweilig werden.“ Er benannte zahlreiche Handlungsfelder, die man gemeinsam angehen müsse.

Ein integriertes Entwicklungskonzept mit einem Agenda-Prozess 2035 soll besonderes Augenmerk auf die Bürgerbeteiligung, die demografische Entwicklung sowie neue und stärkere Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche legen. Die Stadt müsse weiter an der Schaffung von Wohnraum arbeiten, so der Oberbürgermeister. Dabei stelle sich auch die Frage zur Umkehr vom Prinzip der Wirtschaftlichkeit und Gewinnorientierung. Künftig gelte es abzuwägen, ob jeweils der meistbietende Investor den Zuschlag erhält oder der mit dem besten Konzept, auch unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten.

Zur Abarbeitung des Sanierungsstaus sei eine Reihe von Maßnahmen bereits programmiert. Der OB nannte als Beispiele die Sanierung der Otfried-Preußler-Schule und den Neubau der Sporthalle am Gymnasium, aber auch Straßensanierungen nach einer Prioritätenplanung und eingebettet in ein Gesamtkonzept. Unabdingbar sind auch in Zukunft Investitionen in die Infrastruktur, zum Beispiel der weitere Ausbau der Kinderbetreuung, das Kirchen- und Familienzentrum am Wartberg und die Stärkung des Radwegenetzes. Ebenfalls im Blick hatte der OB unter diesem Stichwort den Erhalt und die Sicherung der Polizeihochschule in Wertheim.

Damit sich die Stadt weiterhin gut entwickelt, soll unter anderem daran gearbeitet werden, sinnvoll Wohnraum zu schaffen. Foto: Stadt Wertheim / Peter Frischmuth

Zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts müssen die Gebiete Reinhardshof und Almosenberg weiterentwickelt werden. Hinzu komme eine Überprüfung von Potenzialen im Industriegebiet Bestenheid. Um Wertheim zu einer nachhaltigen Stadt zu entwickeln, rief OB Herrera Torrez nochmals das Thema Biodiversität auf. Notwendig sei zudem ein gutes Konfliktmanagement zwischen den Interessen städtebauliche Entwicklung, wirtschaftlicher Fortschritt und Umweltschutz.

Die soziale Stadt Wertheim bedingt nach den Worten des Oberbürgermeisters eine Befassung mit den Kindergartengebühren, die Stärkung der Sozialarbeit und ein nicht nachlassendes Engagement bei der Integration von Neubürgern. „Als Stadt der Veränderung“ sah OB Herrera Torrez Wertheim angesichts einer Reihe raumgreifender Entwicklungen. Dazu zählte er das alte Krankenhausareal und das Bahnhofsareal, aber auch ein langfristig ausgerichtetes Schulkonzept für den Bildungsstandort Wertheim, die Sicherung der ärztlichen Versorgung sowie Verkehrskonzeptionen.

Die Digitalisierung der Verwaltung und der Arbeit des Gemeinderats steht auf der Agenda. Sie sei ein Hebel für mehr Bürgerservice und zur Verbesserung von Informations- und Verwaltungswegen. Investitionen in die Verwaltung nannte der OB als weiteres Handlungsfeld. Notwendig sei neben einer guten Ausstattung vor allem eine vorausschauende Personalentwicklung mit Blick auf den aktuellen Altersaufbau der Verwaltung. „Die Stadt Wertheim muss als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden.“

Unter dem Begriff „Bonusaufgaben“ fasste der Oberbürgermeister das letzte Handlungsfeld zusammen. Hier nannte er als Beispiele die Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs, die Aktivierung der Altstadt, die Umgestaltung der Uferpromenaden zur Entwicklung Wertheims als Stadt am Wasser, die Reaktivierung der alten Eisenbahnbrücke sowie die Verknüpfung von Bahnhof und Altstadt.

Angesichts der Fülle von Aufgaben, so betonte OB Herrera Torrez abschließend, „müssen wir sorgfältig abwägen: Was ist wünschenswert, was ist leistbar, was ist unerlässlich.“

Quelle : Wertheim.de

Bildergalerie FotoShooting – Making of – mit Hardy Krüger junior und BMW designten Denim Bike im Wertheim Village , 14.09.2017