Wertheim : Sternenfeld auf dem Waldfriedhof übergeben – Bestattungsmöglichkeit nach Fehl- und Totgeburten

Ein Ort der Trauer und der Erinnerung: das neu angelegte Sternenfeld auf dem Waldfriedhof Bestenheid. Foto: Stadt Wertheim

„Es ist wichtig, dass wir Eltern von ‚Sternenkindern‘ die Möglichkeit geben, angemessen und würdig zu trauern.“ Mit diesen Worten hat Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez auf dem Waldfriedhof in Bestenheid ein neu angelegtes Sternenfeld übergeben. Das Sternenfeld würdigt die intensive Beziehung, die schon während der Schwangerschaft zwischen Eltern und Kind entstanden ist. „Für die Eltern kann es wohltuend sein, einen Ort der Trauer und der Erinnerung zu haben“, so der OB.

In dem Sternenfeld können Eltern ihre Kinder bestatten lassen, die mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm vor oder während der Geburt verstorben sind. Bis jetzt wurden Wertheimer Sternenkinder in Würzburg beigesetzt oder, wenn die Eltern dies wünschten, in einem schon bestehenden Grab der Familie.

Sabrina Suhl aus dem Referat Liegenschaften der Stadtverwaltung hat das Projekt federführend umgesetzt und dabei sowohl mit der evangelischen und der katholischen Kirche, als auch mit Wertheimer Hebammen, den ortsansässigen Bestattern und der Rotkreuzklinik zusammengearbeitet. OB Herrera Torrez betonte bei der Übergabe die kooperative Zusammenarbeit und die große Harmonie unter allen Beteiligten.

Gestaltet ist das Sternenfeld mit zwei großen, eng beieinander stehenden, Stelen, die Vater und Mutter darstellen sollen. Eine Aussparung in Form eines Sterns symbolisiert das verstorbene Kind, das in dieser Familie fehlt. Der Stern wiederum kennzeichnet auf dem Boden den Ort der Beisetzung. Geplant sind gemeinsame Trauerfeiern beziehungsweise Bestattungen in regelmäßigen Abständen. Bei jedem dieser Termine soll ein solcher Stern abgelegt werden. Das Feld bietet Platz für etwa 35 Sterne.

Für Wertheimer Sternenkinder, deren Eltern ihren Wohnsitz in Wertheim haben oder die in der hiesigen Rotkreuzklinik verstorben sind, stellt die Stadt das Sternenfeld kostenlos zur Verfügung. Für Auswärtige müsse gegebenenfalls eine Einzelfallentscheidung getroffen werden, sagte Sabrina Suhl.

Einig waren sich alle Teilnehmer der Übergabe, dass Fehl- und Totgeburten ein Thema sind, das in der Öffentlichkeit bislang kaum wahrgenommen wird. Deshalb sei es so wichtig, ein solches Erinnerungszeichen zu setzen, sagte Pfarrer Jürgen Banschbach. Sterne, erklärten die Pfarrerinnen Caroline Knapp und Dr. Verena Mätzke, seien ein Zeichen der Hoffnung und ein Symbol dafür, dass jemand nicht vergessen werde. „Wir sind einfach total glücklich, dass es ein Sternenfeld jetzt auch in Wertheim gibt“, freuten sich die Hebammen Hannelore Zeh und Silke Schmid.

Die Stadtverwaltung hat einen Flyer  (4,8 MB)herausgegeben, der Informationen über das Sternenfeld enthält. Er ist unter anderem bei Ärzten, Hebammen, Kirchengemeinden und Bestattern erhältlich.

Quelle : Wertheim.de

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