Wertheim : Vortrag zur aktuellen Sonderausstellung im Schlösschen – „Künstler des expressiven Realismus in Wertheim“

Der „Weiße Turm an der Hofhaltung“ in Wertheim, 1922 gemalt von Friedrich Ahlers-Hestermann. Foto: Grafschaftsmuseum / Kurt Bauer

In den 1920er-Jahren trafen sich zahlreiche Künstler in Wertheim. Einer dieser Maler war Friedrich Ahlers-Hestermann, der mit seiner Frau Alexandra Povorina einige Zeit hier verbachte. Mit Beginn der nationalsozialistischen Diktatur erhielt er Malverbot. Dr. Jörg Paczkowski wird am Sonntag, 3. Februar, um 11.15 Uhr im Saal des Hofgartenschlösschens einen Vortrag halten über „Künstler des expressiven Realismus in Wertheim“. Diese Matineeveranstaltung gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung „Verfemt und vergessen – Maler des expressiven Realismus“, die derzeit im Museum „Schlösschen im Hofgarten“ zu sehen ist.

Der Referent wird das bewegte Leben und die kunstschriftstellerischen Werke der Künstler besonders hervorheben. Exemplarisch dafür steht der Ahlers-Hestermann (1883 bis 1973). Er hatte bei Henri Matisse in Paris gelernt und lebt mit seiner russischen Frau Alexandra Porovina (1885 bis 1963) u.a. in Berlin, München und Hamburg, wo er ab 1918 eine Lehrtätigkeit ausübte. Von seinem Wertheimaufenthalt 1922/23 haben sich zwei Ölgemälde und ein Skizzenbuch erhalten. 1928 wird er Professor für „Bildmalerei, Akt- und Naturzeichnen“ an den Kölner Werkschulen. 1933 erhält er wie seine Frau Malverbot und verliert seine Professur.

Er wird nun Kunstschriftsteller und schreibt eines der ersten Bücher über den Jugendstil, das „Stilwende“ heißt. Ab 1939 ist er in Berlin mit Frau und Tochter Tatiana. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wird er nach Hamburg berufen, um die Landeskunstschule am Lerchenfeld wiederaufzubauen. 1951 kehrt er nach Berlin zurück, wo seine Frau als Dozentin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee tätig ist und ist von 1956 bis 1973 Direktor der Abteilung Bildende Kunst an der Akademie der Künste in Berlin. Seine Frau Alexandra Povorina hat in München bei dem ungarischen Maler Simon Hollósy und in Paris gelernt. Ab 1933 gelten ihre Werke als entartet.

Weitere Informationen zum Museum „Schlösschen im Hofgarten“ und zur aktuellen Sonderausstellung gibt es im Internet unter www.schloesschen-wertheim.de.

Quelle : Wertheim.de

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