Wertheim : Weihnachtsausstellung im Glasmuseum – Christbaumschmuck von historisch bis modern

Christbaumschmuck von historisch bis modern zeigt das Glasmuseum in seiner Weihnachtsausstellung. Foto: Glasmuseum

Bunt, üppig und luxuriös begrüßt der vier Meter hohe „Thüringer Baum“ mit 500 im Licht funkelnden Glasfiguren die Besucher der traditionellen Weihnachtsausstellung im Wertheimer Glasmuseum. Sie steht unter dem Motto „Christbaumschmuck aus Glas“ und ist vom 2. Dezember bis 7. Januar zu sehen.

Die historische Christbaumschmuck-Sammlung des Glasmuseums umfasst rund 1.000 Exponate und stammt aus einem Zeitraum von über 100 Jahren. Sie erinnert an die Ursprünge der Wertheimer Laborglasindustrie in Thüringen. Dort verarbeiteten gegen Ende des 19. Jahrhunderts Thüringer Glasbläser erstmals Glasröhren und Glasstäbe „vor der Lampe“. Aus der anfänglichen Herstellung von Glasperlen, Früchten und Hohlglastieren für die Modeschmuck- und Spielzeugindustrie entwickelte sich schon bald eine florierende Christbaumschmuckindustrie.

In der Ausstellung nachvollziehbar ist diese Entwicklung an zehn kleinen Weihnachtsbäumchen, die in Vitrinen zu sehen sind. Der Bogen spannt sich vom „Früchte-Baum“ mit noch sehr spärlich bemaltem und „gezuckertem“ Formschmuck (um 1860) über den „Art Déco“-Baum der 1920er Jahre mit aus weißem Milchglas geblasenen Tierfiguren bis hin zu zwei „Nachkriegs-Bäumchen“ mit den ersten maschinell hergestellten Kugeln aus Ost und West.

Ein besonderes Schmuckstück ist der „Gründerzeit-Baum“ aus dem Zeitraum 1870 bis 1900. Foto: Glasmuseum

Ein ganz besonderer Baum in der historischen Christbaumschmuck-Sammlung ist dieses Jahr der 1,80 Meter hohe und im Stil des Historismus geschmückte echte Weihnachtsbaum. Es handelt sich um eine Leihgabe von Gudrun Wirths aus Marktbreit. Der Baum ist behängt mit rund 500 Teilen verschiedenster Größe und unterschiedlichster Materialien, dazu Ketten und Pendelkerzenhalter aus der Zeit von 1870 bis 1900. Damit demonstriert er den festlich geschmückten Weihnachtsbaum einer reich gewordenen Bürgerschicht, die es sich leisten konnte, ihren Weihnachtsbaum mit gläsernem statt mit bisher hauptsächlich essbarem Christbaumschmuck zu verzieren. Gudrun Wirths ist begeisterte Sammlerin von historischem Christbaumschmuck. Bis 2010 war sie stellvertretende Museumsbeauftrage der Stadt Marktbreit.

Neben den zehn in Vitrinen präsentierten Weihnachtsbäumchen spiegeln zusätzlich zehn freistehende Bäume den Geschmack und die Mode der jeweiligen Epoche wider. So gibt es zum Beispiel den mit Naschwerk und großen Farbglaskugeln geschmückten „Biedermeier“-Baum, einen „Islamischen Lichterbaum“ mit Nachbildungen islamischer Moscheelampen, den mit Engelshaar und pastellfarbenen Kugeln geschmückten 1950er Jahre Baum oder den „Wertheimer Glasbaum“ aus Laborglasstäben.

Eröffnet wird die Weihnachtsausstellung am Samstag, 2. Dezember, um 16 Uhr mit Weihnachtspunsch der Familien Petzold und Zveplan. Für die musikalische Umrahmung sorgt das Blechbläserquintett „Werdenfelser Land“ unter der Leitung von Manfred Lutz. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Glasmuseums unter www.glasmuseum-wertheim.de.

 

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Bilder 48.Altstadtfest Wertheim Sonntag 26.07.2015 Teil 1