Wertheim : „Weimarer Bauhaus und Wertheim-Bestenheid“ – Vortrag zur Ausstellung im Schlösschen – Kirchenführung

Zur Ausstellung „Maler des Expressiven Realismus“ findet am Sonntag eine Matinee im Saal des Museums „Schlösschen im Hofgarten“ statt. Foto: Stadt Wertheim

Zur aktuellen Ausstellung „Verfemt und vergessen – Maler des Expressiven Realismus“ findet am Sonntag, 17. März, um 11.15 Uhr eine Matinee im Saal des Museums „Schlösschen im Hofgarten“ statt. Dr. Cornelius Steckner aus Köln spricht zum Thema „Weimarer Bauhaus und Wertheim-Bestenheid – Charles Crodel, Ernst Neufert, Erich Schott, Wilhelm Wagenfeld“. Der Referent, ein Enkel von Charles Crodel, veranstaltet zudem bereits am Samstag, 16. März, um 15.30 Uhr eine Führung durch die Bestenheider Martin-Luther-Kirche.

1956 wurde auf Initiative von Dr. Hans Löber die Martin-Luther-Kirche mit beeindruckenden Glasfenstern von Charles Crodel ausgestattet. Crodel wurde 1894 in Marseille geboren und gilt als einer der bedeutendsten Glasfenstergestalter Deutschlands. 1920 präsentierte er Holzschnitte bei der Ausstellung der Berliner Secession. Vor der NS-Zeit erhielt er mehrere Auszeichnungen, wurde dann im Dritten Reich verfolgt und aus dem Lehramt entlassen. Seine Werke wurden zum Teil zerstört.

Ungewöhnlich viele Gotteshäuser stattete er nach dem Zweiten Weltkrieg mit Glasfenstern aus, unter anderem den Erfurter Dom. Mit den Glasfenstern in der Martin-Luther-Kirche besitzt die örtliche Kirchengemeinde Kunstwerke von überregionaler Bedeutung. Eine Führung durch die Kirche findet am Samstag, 16. März, um 15.30 Uhr statt.

Dr. Cornelius Steckner wird in seinem Vortrag auch auf die Beziehung zum Weimarer Bauhaus eingehen, das in diesem Jahr sein 100. Jubiläum feiert. Charles Crodel wird trotzdem den Künstlern der sogenannten „Verschollenen Generation“ zugeordnet. Diese Künstler, die teilweise auch als Maler des „Expressiven Realismus“ gelten, wurden zwischen 1890 und 1914 geboren. Sie haben bereits in der Weimarer Zeit gearbeitet oder wurden in dieser Zeit ausgebildet.

Circa 30 Künstler dieser Gruppe sind gegenwärtig mit ihren Werken in der Ausstellung im Hofgartenschlösschen vertreten. Durch die Kunstpolitik des Nationalsozialismus wurden sie allerdings in ihrer weiteren Entfaltung durch Ausstellungsverbot, wegen ihrer politischen Ansichten oder wegen ihrer jüdischen Herkunft gehindert. Ihre Werke galten als entartete Kunst.

Weitere Informationen zum Museum „Schlösschen im Hofgarten“ und zur aktuellen Sonderausstellung gibt es unter www.schloesschen-wertheim.de im Internet.

Quelle : Wertheim.de

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