Wertheim : Zwei Lösungsansätze für das Ärgernis Bahnübergang – Gespräch zwischen Stadt und Westfrankenbahn

Die Schranke an der Tauberbrücke bleibt zu oft zu lange geschlossen. Foto: Stadt Wertheim

Die langen Wartezeiten am Bahnübergang Tauberbrücke sorgen wiederkehrend für Unmut und Diskussionen. Nun haben sich auf Einladung von Bürgermeister Stein Vertreter der Stadt und der Westfrankenbahn zusammengesetzt, um Abhilfe zu schaffen. In der Gesprächsrunde am Mittwoch unter Leitung von Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez wurden zwei Lösungsansätze erarbeitet. Der OB lobte im Anschluss die „sehr konstruktive Atmosphäre“ des Arbeitsgesprächs.

In der Problemanalyse waren sich Stadt und Westfrankenbahn einig: Die Bahnschranke bleibt zu oft zu lange unten. Genervte Autofahrer und Rückstaus in die Verkehrsquartiere rechts und links der Tauber sind die Folge. Beide Seiten hatten die Schließzeiten unabhängig voneinander erhoben und waren zum annähernd gleichen Ergebnis gekommen: Die Schließdauer reicht nach Erhebungen der Stadtverwaltung von 1:50 bis über 9:19 Minuten, im Schnitt liegt sie bei knapp über 4 Minuten.

Eine erste Entlastung soll der Fahrplanwechsel bringen, der nach Erläuterungen von Denis Kollai, Geschäftsleiter der Westfrankenbahn, ab Mitte Dezember greift. Der Fahrplan wird so verändert, dass die Züge den Bahnübergang in größeren Zeitabständen passieren. Bisher bleibt die Bahnschranke oft unten, bis der eine Zug am Bahnhof Wertheim ein- und der nächste ausgefahren ist.

Eine zweite Lösung wurde auf Anregung von OB Herrera Torrez diskutiert. Sie zielt auf eine Signalanlage, die die Verkehrsteilnehmer links und rechts der Tauber über die geschlossene Bahnschranke so informiert, dass sie dem Stau rechtzeitig ausweichen können. Das gilt links der Tauber für den Verkehr aus Richtung Wartberg kommend, der dann an der Kreuzung Uihleinstraße / Bahnhofstraße die Bahnschranke über die Bahnhofstraße umfahren kann. Das gilt ebenso für den Verkehr auf der L 2310 aus Richtung Eichel kommend, der dann auf Höhe Spitzer Turm entscheiden kann, ob er den Weg über die Tauberbrücke wählt oder besser geradeaus über die Odenwaldbrücke und dann weiter Richtung Bahnhof fährt.

Die Westfrankenbahn und das Straßenbauamt werden nun prüfen, ob und wie eine solches Signalsystem, das mit der Schließanlage des Bahnübergangs und der Ampel an der Tauberkreuzung gekoppelt ist, installiert werden kann. Ein Ergebnis soll im September vorliegen.

Die Teilnehmer der Gesprächsrunde, darunter auch Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, äußerten sich am Ende zuversichtlich, dass das Problem der langen Wartezeiten am Bahnübergang mit diesen beiden Lösungsansätzen zumindest entschärft werden kann. Positiv aufgenommen wurde auch die Zusicherung von Denis Kollai, dass die nächtlichen Rangierfahrten bis auf die Höhe Hämmelsgasse nach Abschluss der aktuellen Gleisbauarbeiten stark reduziert werden.

Quelle : Wertheim.de

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