Zoll News : Erneut Sicherheitsgewerbe im Visier des Zolls – Verdachts des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt

Ermittlungen wegen Verdachts des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt

Seit den frühen Morgenstunden waren am 25. März 2019 Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls sowie der Polizei und der Landeshauptstadt München im Kampf gegen illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit im Einsatz. Erneut stand das Sicherheitsdienstleistungs-, Bewachungs- und Reinigungsgewerbe im Fokus der Ermittler.

Insgesamt sollten 70 Durchsuchungsbeschlüsse in Bayern und Baden-Württemberg vollzogen werden. Der Schwerpunkt der Maßnahmen lag in München und Umgebung. Vorausgegangen waren bereits länger andauernde Ermittlungen des Hauptzollamts Rosenheim.

In Verdacht steht eine Tätergruppierung, die ihre Arbeitnehmer an den Sozialkassen vorbei schwarz beschäftigt haben soll. Die hierfür notwendigen Bargelder besorgten sie sich über sogenannte Scheinrechnungen, die sie als angebliche Subunternehmerleistungen gegenüber den Behörden angaben. Der Stein kam ins Rollen, als sich einer der „Subunternehmer“ entschloss, gegen seine „Geschäftspartner“ auszusagen.

Das Hauptzollamt Rosenheim ermittelt mittlerweile gegen elf Beschuldigte wegen Verdachts des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt.
Der Sozialversicherungs- und Steuerschaden dürfte nach derzeitigen Schätzungen in Millionenhöhe liegen.

Von den Durchsuchungen betroffen waren Wohn- und Geschäftsräume der Beschuldigten sowie deren Auftraggeber, Steuerberater, Subunternehmer und sonstigen Beteiligten. Gesucht wurden Geschäftsunterlagen, aber auch Bargeld und sonstige Vermögenswerte. Insgesamt waren circa 100 Kräfte im Einsatz.

Sowohl das Sicherheitsdienstleistungs- als auch das Reinigungsgewerbe sind besonders von Schwarzarbeit betroffene Branchen und daher anfällig für Schwarzarbeit. Erst im Oktober letzten Jahres war das Sicherheitsgewerbe Ziel umfangreicher Durchsuchungen des Hauptzollamts Rosenheim in München und Berlin. Der damals festgenommene Haupttäter sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Sein Prozess vor dem Landgericht München beginnt nächste Woche.

Original-Quelle : Zoll.de

Bilder vom Hochwasser Wertheim Altstadt 2003