Abfuhr der Biotonnen auf neue Füße gestellt


Das Abfuhrunternehmen bei der Biotonnen-Entleerung im Main-Tauber-Kreis wechselt ab 1. Dezember: Das Unternehmen „Kirsch und Sohn“ aus Gemünden am Main (Main-Spessart-Kreis) übernimmt zu den exakt gleichen Konditionen den Auftrag, der bisher an das Unternehmen Seger Transporte aus Münnerstadt im Landkreis Bad Kissingen vergeben war. Nun unterzeichneten der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes Main-Tauber-Kreis (AWMT), Dr. Walter Scheckenbach, sowie die beiden Geschäftsführer Dirk Hörle (Kirsch und Sohn) und Joachim Seger (Seger Transporte) den Vertrag.

Dieser Entwicklung vorausgegangen waren in der jüngsten Zeit verstärkte Störungen bei der Abfuhr der Biotonnen. Das bisherige Abfuhrunternehmen Seger konnte aufgrund von Personalmangel und krankheitsbedingten Ausfällen keinen reibungslosen Betrieb mehr gewährleisten. Dadurch konnten die Biotonnen in ganzen Ortschaften und Stadtteilen über Wochen hinweg nicht pünktlich abgefahren werden. Mitunter verzögerte sich die Abholung um mehrere Tage. Erst mit der Umstellung vom wöchentlichen Abfuhrrhythmus auf den 14-täglichen Turnus, der jeweils von 1. November bis 30. April gilt, beruhigte sich die Situation.

„Dennoch wird es dem Unternehmen Seger nach eigenen Angaben auch in naher Zukunft nicht möglich sein, die regelmäßige und pünktliche Biotonnenabfuhr sicher zu stellen, insbesondere nicht im Rahmen der wöchentlichen Abfuhr in der wärmeren Jahreszeit“, erläuterte Betriebsleiter Dr. Scheckenbach. Deshalb habe der AWMT ein Unternehmen gesucht, das den bestehenden Abfuhrvertrag übernimmt. Die nun gefundene Regelung wurde im Einvernehmen mit dem bisherigen Auftragnehmer Seger Transporte getroffen.

Für den Abfallwirtschaftsbetrieb und die Bürgerinnen und Bürger entstehen keine zusätzlichen Kosten, da das Unternehmen Kirsch und Sohn den bisherigen Vertrag mit allen Rechten und Pflichten übernommen hat. Der Abfuhrrhythmus und die Abfuhrtermine bleiben unverändert. Das Unternehmen Kirsch und Sohn übernimmt die Müllfahrzeuge und weitestgehend das bisher im Main-Tauber-Kreis eingesetzte Personal der Firma Seger.

„Durch die Übernahme ist sichergestellt, dass die Biotonnen in Zukunft wieder vertragsgemäß und regelmäßig geleert werden“, bekräftigte Dr. Scheckenbach. „Kirsch und Sohn“ gehört der Remondis-Gruppe an, einem der weltweit größten Dienstleister für Recycling, Service und Wasser. An rund 900 Standorten auf vier Kontinenten arbeiten mehr als 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für mehr als 30 Millionen Bürgerinnen und Bürger sowie viele tausend Unternehmen. „Wir haben also definitiv einen leistungsfähigen neuen Partner an unserer Seite“, sagte Dr. Scheckenbach.

Der AWMT-Chef würdigte bei der Vertragsunterzeichnung aber auch die großen Anstrengungen, die der bisherige Vertragspartner Seger unternommen habe, um alle Rückstände aufzuarbeiten, so dass nun ein geordneter Übergang möglich sei. „Es lief auch vieles gut bei der Zusammenarbeit, die im April 2018 begonnen hatte“, zog er einerseits ein versöhnliches Fazit. Andererseits habe der AWMT im Sinne der Gebührenzahlerinnen und -zahler von allen Möglichkeiten Gebrauch gemacht, aufgrund der nicht rechtzeitig erfolgten Leerungen Zahlungen einzubehalten. Unternehmer Joachim Seger betonte den Willen, ein geordnetes Feld zu hinterlassen. Dies sei nun auch gelungen.

Geschäftsführer Dirk Hörle vom Unternehmen Kirsch und Sohn erläuterte, dass der Fachkräftemangel bei Berufskraftfahrerinnen und -fahrern aktuell die größte Herausforderung für die Entsorgungsbranche darstelle. Viele Fachkräfte wollten auch bewusst nur weite Strecken im Fernverkehr fahren. Man könne somit nur solche Fahrerinnen und Fahrer rekrutieren, die gerne heimatnah arbeiten wollen. Wie Dr. Scheckenbach ergänzte, ist es auch eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, ein modernes Müllfahrzeug zu fahren, so dass kein direkter Umstieg von einer Aufgabe beispielsweise im Speditionswesen in die Entsorgungswirtschaft möglich sei.

Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

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