Einige Tipps, um den digitalen Fußabdruck beim Streamen zu verbessern

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und die Energieagentur Main-Tauber-Kreis geben Tipps, wie beim Streamen Energie eingespart werden kann. Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime & Co. gehören zum weihnachtlichen Standardprogramm, um Serien, Filme und Musik genießen zu können. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erklärt, dass große Serverfarmen notwendig sind, um Audio- und Videoinhalte speichern und zur Verfügung stellen zu können. Der Betrieb solcher Farmen und der täglich millionenfache Zugriff auf deren Inhalte durch unzählige Personen verbraucht viel Energie und schadet der CO²-Bilanz.

„Aus diesen Gründen auf Streaming zu verzichten ist realitätsfern. Wer diese Streaming-Dienste jedoch nutzt, sollte wissen, wie energiehungrig alltägliche digitale Vorgänge sind“, erläutert Jürgen Muhler, Geschäftsführer der Energieagentur Main-Tauber-Kreis GmbH und Energieberater der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Das einstündige Streamen eines Films entspreche in etwa der Emission eines Kleinwagens bei einem Kilometer Autofahrt. Er weist zudem darauf hin, dass der digitale Fußabdruck mit jedem Klick wachse, sei dies bei der Nutzung sozialer Netzwerke und installierter Apps oder von Webseiten und E-Mail-Diensten.

Das Video-Streamen, also die Übertragung von Bewegtbildern, ist besonders energieintensiv. Laut einer Studie des „Think Tank Shift Project“ sorgt Video-Streamen für mindestens ein Prozent der weltweiten CO²-Emissionen. Allein im Jahr 2018 waren es mehr als 300 Millionen Tonnen, was in etwa dem jährlichen CO²-Ausstoß Spaniens entspricht. In Deutschland sind schätzungsweise mehr als drei Viertel aller übertragenen Daten Videos. Wie viel Treibhausgase damit genau verursacht werden, ist kaum zu ermitteln. Videos, die über mobiles Internet ohne vorherigen Download in hoher Qualität gestreamt werden, benötigen am meisten Energie. Bei einem 3,5-stündigen Videostream pro Tag in hoher Qualität entstehen 65 Kilogramm CO² pro Jahr.

Mit einfachen Maßnahmen lässt sich der digitale Fußabdruck beim Streamen verbessern. Beispielsweise sollte Musik nicht jedes Mal neu gestreamt, sondern heruntergeladen und lokal abgespeichert werden. Zudem wird der Tipp gegeben, die Autoplay-Funktion auszuschalten, so werden nur die Videos heruntergeladen, die die Nutzerin oder der Nutzer auch wirklich ansehen will.

Zum Musik hören sollten Musikstreaming-Dienste genutzt werden. Das Herunterladen von Audiodateien verbraucht nur einen Bruchteil des Datenvolumens, welches Videos benötigen.

Zur Datenübertragung sollte der Internetzugang zu Hause verwendet werden. Wer hierrüber auf die jeweilige Streaming-Plattform zugreift, verursacht weniger CO² als mit einer Internetverbindung über den Mobilfunk.

Nutzerinnen und Nutzer sollten außerdem auf die Bild-Qualität achten. Wird die Auflösung zum Beispiel auf 720p oder 480p gesenkt, statt in voller HD-Auflösung zu schauen, wird weniger Energie verbraucht.

Die langfristige Nutzung von Geräten ist ebenfalls ein Tipp, den die Verbraucherzentrale sowie die Energieagentur Main-Tauber-Kreis geben. Beim notwendigen Neukauf von Unterhaltungselektronik sollten energieeffiziente Geräte bevorzugt bezogen werden. Das EU-Energielabel, der Blaue Engel oder der Hinweis „TCO Certified“ bieten hierbei Orientierung.

Grundsätzlich gilt es zu beachten, dass Endgeräte mit großen Bildschirmen mehr Strom verbrauchen als kleine. Zudem sollten Tabs und Fenster im Web-Browser geschlossen werden, wenn sie gerade nicht genutzt werden.

Bei Fragen zum Energiesparen hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale mit ihrem umfangreichen Angebot weiter. Die Beratung findet online, telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch statt. Die Energie-Fachleute beraten anbieterunabhängig und individuell. Weitere Informationen gibt es bei der Verbraucherzentrale unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de sowie kostenfrei unter 0800/809802400 oder direkt bei der Energieagentur Main-Tauber-Kreis unter 09341/82-5813. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

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